20. Mai 2024

Stimmen zum Girls’Day and Boys’Day am 25. April

Der bundesweite Zukunftstag zur Berufs- und Lebensplanung von Mädchen und Jungen ermöglicht Einblicke in Tätigkeiten, die geschlechterspezifisch vielleicht zunächst nicht on top auf der Liste eigener Berufswünsche stehen. Sogenannt klischeefrei kann man sich für einen Tag in die bevorzugten Arbeitswelten des jeweils anderen Geschlechtes begeben und Erfahrungen in traditionell männlichen und weiblichen Domänen sammeln.

Wir haben einige Erfahrungsberichte erhalten, in denen die Lernpartner:innen über eine nachhaltige Sensibilisierung in der eigenen Berufsorientierung sprechen.

Titelfoto: Leonie Hipp arbeitete am Girls’Day in der Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern.

Ich bin Leonie aus der 9.1 und habe vergangenen Donnerstag beim Girls’Day mitgemacht. Ich war in der Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern in der Schreinerei. Mir hat es gut gefallen. Als ich angekommen bin, haben wir erstmal die Fahnen umgehängt, da der Fürst Geburtstag hatte. Danach haben wir alles vom Fidelis Fest aufgeräumt, das am Tag zuvor war. Ich habe also gesaugt und die Getränke weggeräumt. Um 9:00 Uhr gab es dann Frühstück. Um 09:30 Uhr habe ich eine Führung durchs Schloss bekommen. Danach konnte ich selbst noch in der Anlage auf Erkundungstour gehen. Um 12:30 Uhr war Mittagspause und um 13:15 Uhr ging es weiter. Ich bin dann mit einem Mitarbeiter durch das Schloss gegangen, der mir die Räume gezeigt hat, in die sonst nur Mitarbeiter hinein dürfen. Es war sehr interessant, mal hinter die Kulissen zu blicken. Wir haben diverse abgebrochene Teile von Schlossmöbeln sortiert und sie neu verleimt. Der Arbeitstag ging für mich dann um 16:45 Uhr zu Ende.

V.l.n.r.: Diego Rodrigues Eichin-Roeder hat einen Kindergarten besucht, Katharina Weimer wählte einen landwirtschaftlichen Betrieb und Emily Sigl verbrachte ihren Girls’Day im Garten- und Straßenbau.

Ich bin Diego aus Lerngruppe 8.1. Ich war im Kindergarten in Straßberg. Um 7.45 Uhr begann mein Arbeitstag damit, dass mir von den Erzieherinnen erstmal alles gezeigt wurde. Dann bin ich in die Bärengruppe gegangen – es gibt im Kindergarten verschiedene Gruppen, die nach dem Alter sortiert sind oder so, wie die Kinder zusammenpassen. Ich habe mit den Kindern zusammen gespielt. Jeweils um 8, 9 und 10 Uhr ging eine Erzieherin umher und hat eine Glocke geläutet zum Zeichen, dass man jetzt eine Vesperpause hat. Anschließend sind wir nach draußen gegangen, was den Kindern sehr gefallen hat. Sie haben zum Beispiel Fangen gespielt. Nachdem wir wieder drinnen waren, haben wir noch 20 Minuten weitergespielt, bevor mein Arbeitstag zu Ende ging. Ich bin sehr nett verabschiedet worden und kann sagen, es war echt gut und hat mir viel Spaß gemacht!

Ich bin Katharina aus Lerngruppe 6.2 und war am Girls’Day in Sigmaringen beim Landwirtschaftlichen Beratungsdienst. Dort waren wir auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Inzigkofen. Ich durfte mir drei Ställe anschauen mit etwa 200 Mutterkühen. Eine Kuh hatte gerade ein Kälbchen zur Welt gebracht, das war natürlich das Highlight an diesem Tag! Danach sind wir ins Büro gefahren. Dort habe ich gelernt, was eine Milchleistungsprüfung (MLP) ist und die durfte ich dann richtig in die Ordner einordnen. Es war ein sehr schöner und interessanter Tag.

Emily aus Lerngruppe 6.2 berichtet über den Tag bei Gartenbau Klaus Negrassus in Immenstaad:
Um 8 Uhr begann der Tag. Zunächst holten wir in der Arbeitsstelle die ganzen Sachen, z. B. Ampeln, Schaufeln und so weiter. Mit Anleitung durfte ich sogar einen Kramer fahren! Dann fuhren wir an eine Baustelle, von der wir Material transportieren mussten. Um 9 Uhr fuhren wir zu einer Bushaltestelle, um dort die Hälfte der Straße abzusperren, damit wir ruhig arbeiten konnten. Anhand des Bauplanes rechneten wir um und maßen alles aus. Mittags gab es zur Stärkung einen Döner und warmen Kakao. Nach der Pause schnitten wir mit einer Kreissäge den Asphalt und brachen ihn mit einem besonderen Bagger mit einem Aufsatz auf. Dabei ging aus Versehen ein Kabel von der Telekom kaputt. Mein Vater und ich brachten die Betonstücke zu einem Betonwerk. Dann war es auch schon bald Abend und wir räumten auf, bevor ich nachhause gehen konnte.

Kornelia Piatek und Anna Nuber aus Lerngruppe 9.2 besuchten den Landschaftsgestalter Maute GmbH in Albstadt. Fotos aus dem eigenen Garten inspirierten sie zur räumlichen Gestaltung eines fiktiven Gartenprojektes, über das beide eine Planskizze vervollständigen sollten.

Sonderpädagogin Dorothea Asal besuchte ihre inklusiven Lernpartner:innen in verschiedenen Betrieben und fasst zusammen: Bei meinem kurzen Besuch zum Vesperkauf in der Bäckerei Remensberger in Straßberg traf ich auf fröhliche Gesichter. Ayse Beyazbal und ihre Freundin Alessia aus der 7.2 und zwei andere Mädchen waren gerade beim Vorbereiten von Kuchen und Backwaren. „Und, wie fühlt ihr euch?“, habe ich gefragt. „Super“, strahlten die beiden und auch die Chefin schien mit der ersten Stunde des Girls’Days vollauf zufrieden. Sie hatte die Mädchen in die Benutzung der Gummihandschuhe und die Belegung der Kuchen eingewiesen und die beiden standen da, arbeiteten mit ihren schon eifrig bemehlten Küchenschürzen, sodass ich sie nicht länger aufhalten wollte. Wenn daraus mal ein längeres Praktikum oder eben einfach nur das erfreuliche Kennenlernen eines wunderbaren Handwerksberufes werden sollte, dann hat sich dieser Tag dort schon gelohnt…

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