19. September 2020 Telefon: 07573 / 951910 Anschrift: Albstraße 5, 72510 Stetten am kalten Markt

GMS startklar für den Unterricht

Die Vorbereitungen für den schulischen Wiedereinstieg während Corona laufen auf Hochtouren: Schulträger, Schulleitung, Kollegium, Hausmeister und Bedienstete bereiten sich auf eine Situation vor, die es so noch nie gegeben hat.

Wie von der Landesregierung angeordnet, startet am 4. Mai der Präsenzunterricht für die Schüler der Abschlussklassen 9 und 10. Bereits seit Montag läuft die erweiterte Notbetreuung, die aktuell von elf Kindern in Anspruch genommen wird, Tendenz steigend. „Unser Hygieneplan steht“, berichtet Schulleiter Klaus Flockerzie. Die Schule musste auf die Schnelle einiges neu beschaffen und irgendwoher besorgen, was in Zeiten des Coronavirus nicht immer einfach gewesen sei. „Da sind wir unserem Schulträger zu großem Dank verpflichtet“, unterstreicht Klaus Flockerzie.

Der Unterricht soll am Montag mit den Abschlussklassen 9 und 10 mit insgesamt 95 Lernpartnern im Präsenzunterricht beginnen. Wie der Schulstart ganz praktisch ablaufe, werde derzeit von allen beteiligten Kräften geplant. Um beispielsweise möglichen Staus im Eingangsbereich aus dem Wege zu gehen, startet der Unterricht der beiden Klassen zu unterschiedlichen Zeiten. Und um die Abstandsregeln einzuhalten, sind für die 10. Klasse zum einen die Mensa, zum anderen ein Lernbüro zu Unterrichtsräumen umfunktioniert worden. Für die Neuntklässler stehen vier Räume mit je 16 Plätzen zur Verfügung.

„Zum Schutz der Gemeinschaft habe ich als Hausherr das Tragen von Alltagsmasken innerhalb der Gebäude verfügt“, sagt Flockerzie. Der Schutz der Gesundheit steht weiterhin über allem. Einzig in den Unterrichtsräumen könnten die Masken abgelegt werden, weil dort die Einhaltung des Mindestabstandes durch entsprechende Bestuhlung gesichert sei: „Auf den Treppen, in Gängen oder in den Toiletten können wir das nicht immer gewährleisten.“ Damit die Versorgung mit entsprechenden Masken gesichert bleibt, hat Hauswirtschaftslehrerin Elke Henle zusammen mit Sonja Schwenk und freiwilligen Helferinnen in einer Nähstube des Schulzentrums die Produktion von Alltagsmasken aufgenommen. Wer bis zum Schulstart noch keine Maske hat, kann sie im Sekretariat für einen kleinen Geldbetrag erwerben, der der Schülermitverantwortung (SMV) zugutekommt. Weitere aktuelle Hygienebestimmungen sind über die Homepage des Schulzentrums abrufbar.

Obwohl man die Schüler vor Ort gut beschulen könne, werde der Unterricht auch weiterhin in einem Mix aus Präsenzbeschulung und digitalem Lernen stattfinden. Im Fokus stehe die Vorbereitung auf die anstehenden Abschlussprüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Der virtuelle Austausch soll über die Lernplattform Moodle laufen, die das Kultusministerium allen Schulen zur Verfügung stellt. Lehrer können hier Material hochladen, Feedback verteilen, Lernchats eröffnen und Präsentationen und Videokonferenzen bedienen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit den Lernpartnern, die durch den Fernlernunterricht nicht erreicht wurden oder größeren Unterstützungsbedarf benötigen „Um weitere Benachteiligungen der betroffenen Schüler zu vermeiden, versuchen wir, diese sukzessive ins System zurückzuholen“, plant Flockerzie. So beginnt nächste Woche zusätzlich bereits die VKL-Gruppe unter der Leitung von Frau von Puttkamer mit dem Präsenzunterricht, um Fortschritte der Lernpartner in der Zweitsprache Deutsch zu erzielen. Andere Lernpartner, die wegen technischer Probleme oder mangelnder Erreichbarkeit zurückgefallen sind, erhalten feste Abgabetermine, zu denen sie ihre schriftlichen Ergebnisse vorweisen müssen, um den Anschluss nicht zu verlieren, und werden bei Missachtung in den Präsenzunterricht einbestellt. Anders als bisher gestaltet sich der Unterricht in der Schulsituation  vor Ort als Einzeltraining: Lernformen wie Gruppen- oder Partnerarbeit, bei denen der Mindestabstand der Lernpartner untereinander nicht eingehalten werden kann, werden nicht praktiziert.

 „Insgesamt können wir mit der Lernleistung unserer Schüler in der Corona-Krise zufrieden sein“, sagt Klaus Flockerzie. Aus einer Umfrage gehe hervor, dass 86 Prozent der Schüler keine oder nur wenige technische Probleme hatten. Darüber hinaus sei von Woche zu Woche eine deutliche Qualitätssteigerung der Lernangebote erkennbar, was das Engagement der Lehrer zeige. Laut einer Umfrage seien 80 Prozent der Lehrer für die Schüler stets erreichbar gewesen: „Das lässt eine erfolgreiche Fortführung des digitalen Unterrichts neben den Präsenzangeboten zu.“ Für Schüler, die kein funktionsfähiges Gerät besitzen, stehen etwa 30 Laptops zur Verfügung, die bei Bedarf ausgeliehen werden können.

Größere Sorgen bereitet der Schule derzeit die Rückholung der Viertklässler an die Grundschule, die  Flockerzie durchaus kritisch sieht, weil man diese Altersgruppe im nächsten Jahr durch eine entsprechende Konzeption der weiterführenden Schulen gut einbinden könnte. Vorrangig müssten die Erst- und Zweitklässler so bald wie möglich wieder unterrichtet werden, da sie der Lernausfall am härtesten treffe.

Es gebe aber keinen Grund anzunehmen, dass dies nicht gelinge. Das hochengagierte Team der Lernbegleiter am Schulzentrum ist momentan mit der Ausarbeitung entsprechender Pläne und Lernangebote beschäftigt und überaus zuversichtlich, bald griffige Lösungen bereitstellen zu können. Schließlich sei man dafür bekannt, stets flexibel mit ungewöhnlichen Fragestellungen umgehen zu können. Oder, um es mit dem viel zitierten Satz der Bundeskanzlerin zu sagen: „Wir schaffen das!“

Autor: gf/az, Fotos: G. Feuerstein